Cookies
sind serverseitige Mechanismen, in der Regel durch CGI-Skripts
initiiert, die während der Ansicht einer Website
auf dem Rechner des Nutzers Informationen hinterlegen,
die für den Web-Server wieder abfragbar sind.
Für bestimmte Internetanwendungen
(Suchmaschinen, e-Business) können die persönlichen
Referenzen beim Client lokal hinterlegt werden, so dass
der Benutzer beim nächsten Aufruf der entsprechenden
Domain diese nicht noch einmal erneut einstellen muss.
Wer sich beispielsweise das erste
Mal bei Microsoft Network (MSN) als Benutzer registrieren
lässt, kann dort Angaben über Sprache, Lieblingslinks,
Comics, Bildschirmfarben und Hintergrundmusik machen.
Diese Angaben werden als Cookie angelegt und bei jedem
Aufruf der Seite verwendet. So sieht man niemals den
gleichen Snoopy-Witz zweimal. Allerdings kann es sein,
dass man per E-Mail Werbung für einen Wintersportort
erhält, nur weil man sich einmal die Schneehöhen
in Österreich angesehen hat.
Der eigentliche Cookie besteht aus
der betreffenden Information in der Cookie-Datei, die
ähnlich einem Pass, bei jedem erneuten Betreten
der Website abgestempelt wird. Ein Cookie kann derzeit
nur von Servern erzeugt und abgefragt werden - nicht
von Clients.
Cookies sind verschiedenartig nutzbar.
Während der Client (User) damit nur seine persönlichen
Präferenzen, eine automatische Identifikation auf
bestimmte Dienste dem Server bekannt machen möchte,
könnte ein Anbieter im Web beispielsweise Registrierungsinformationen
über eine Dienstleistung oder ein Produkt ablegen.
Der Anbieter einer bestimmten Leistung im Web (ein virtuellen
Kaufhaus) könnte des Weiteren damit auch das Konsumentenverhalten
herausfinden und damit eine einzelne Person bzw. Personengruppen
exakter analysieren, als es bei der
Auswertung der URL´s möglich wäre.
Besondere Bedeutung haben Cookies
demnach bei der Auswertung des Userverhaltens auf einer
Website. Man kann die Navigation eines Users beim Besuch
eines Webauftrittes auswerten und so ein Profil anlegen.
Dieses Profil erlaubt Rückschlüsse auf persönliche
Präfernezen des Users (Interessensgebiete). So
ist es theoretisch möglich, auf Grund eines Userprofils
individuelle Werbebanner einzublenden, wenn der Server
den User erkennt. Diese Werbebanner sollten dann
natürlich für den User relevante Informationen
enthalten. Diese lassen sich um so besser ermitteln,
je öfter der User den Webauftritt besucht.
Wie sieht die Zukunft der
Cookies aus?
Es hängt von der Akzeptanz
der Anwender ab, ob Cookies zum de-facto-Standard für
die persönliche Identifikation im Netz werden können.
Außerdem bleibt abzuwarten, ob etwa durch entsprechende
nationale Gesetze, der Gebrauch von Cookies unterbunden
werden kann.
Netscape ließ jedoch verlauten,
dass die mittlerweile doch umstrittenen Cookies bald
der Vergangenheit angehören könnten. Abgelöst
werden sollen Cookies durch den so genannten "Open
Profiling Standard". Dieser Standard soll dem User
deutlich mehr Kontrolle über die Informationen
geben, die er den Servern gewährt. Bisher hat aber
kein Browser-Hersteller dem Nachfolge-Cookie eine Chance
gegeben.
Natürlich kann auch schon jetzt
der User das Ablegen von Cookies erlauben oder ablehnen.
Sollten Cookies in den Sicherheitseinstellungen des
Browsers generell unterbunden werden, werden dem Nutzer
viele Webangebote verschlossen bleiben, zumindest muss
er Qualitäts- und Komfortverluste hinnehmen.
Speziell für das Marketing
sind Cookies natürlich ein wertvolles Instrument.
Mit ihrer Hilfe können nicht nur die oben beschriebenen
Nutzerprofile erstellt, sondern auch Webauftritte und
Angebote optimiert werden. Denn: eine individualiserte
Website kommt letztlich dem Nutzer zugute, denn er erhält
ohne lange Suche sofort die relevanten Informationen.
Vertrauen und Sicherheit
werden zum Wettbewerbsfaktor
Gibt ein User, z.B. während
einer Bestellung eines Newsletters oder Einkaufs, persönliche
Informationen an, die über die Informationendes
Cookies hinausgehen, also seinen realen Namen, Anschrift,
seine E-Mail-Adresse oder sogar Bankdaten, dann ist
er natürlich über den Cookie vollständig
identifizierbar. Solche Daten sind natürlich von
höchstem Wert für verschiedene Marketingmaßnahmen.
Zwar können diese Marketingaktivitäten
dem Nutzer relevante Informationen verschaffen, allerdings
besteht auch die Gefahr eines Vertrauensverlustes.
Betrachtet man allerdings die Möglichkeites,
die Internet Service Provider (ISP) bei der Profilerstellung
offen stehen, muss man feststellen, dass hier die Vertrauensfrage
eher zu stellen ist.Der ISP hat durch die Log-Files
theoretisch Zugriff auf alle Informationen über
das Web-Verhalten seines Kunden - inklusive aller E-Mail-Accounts,
den Inhalt seiner Mails, realen Namen, Adresse... Vertrauen
Sie eigentlich Ihrem Provider?
Datenschutzrechtlich gelten Cookies
als zulässig, wenn sie als pseudonyme Daten verarbeitet
werden, also nicht mit Personendaten verknüpft
werden. Sobald die Kenndateien dagegen zur Identifizierung
des Nutzers führen können, verlangt das Teledienstedatenschutzgesetz
eine Einwilligung dieser Person. Dabei ist das Gesetz
überaus streng: Der Bestätigungsklick auf
das Warnfenster der Browser gilt nicht als Einwilligung.
Verlangt wird vielmehr die eindeutige Zustimmung zur
Datenspeicherung, die protokolliert werden und dem Nutzer
zuverlässig zuzuordnen sein muss. Diese zuverlässige
Zuordung ist nach Ansicht von Juristen aber erst nach
Einführung digitaler Signaturen möglich.
Zum Abschluss: Keine Angst vor Cookies.
Dass die kleinen Krümelmonster die Festplatte ausspähen,
ist nicht zu befürchten. Cookies sind keine ausführbaren
Programme, sondern lediglich Textdateien, die nur vom
Anbieter der Website gelesen werden können. Cookies
können auch keine Viren übertragen. |